Die Geschichte der Holzschädlingsbekämpfung ist ebenso alt wie die Nutzung von Holz als Werkstoff. Chemische Wirkstoffe wurden entwickelt um das Holz vor der Zerstörung durch Schädlinge zu schützen. Eigentlich ist nicht verwunderlich, dass manche dieser Biozide auch die Gesundheit der Menschen schädigten und nicht ausschließlich z.B. auf die Larven der Schadinsekten wirkten.
Vielleicht auch deshalb kursieren heute unzählige Tipps, wie dem „Holzwurm“ mit einfachen Hausmitteln beizukommen ist. Erstaunlicherweise rangieren diese als ökologisch, giftfrei und nachhaltig beschriebenen Methoden in den Internet-Suchmaschinen ganz oben und werden jetzt auch KI-gestützt weiterverbreitet.
Essigessenz, Orangenöl, Nelkenöl, Teebaumöl oder Alkohol (Isopropanol) – die Liste ließe sich fortsetzten. Meist handelt es sich um Flüssigkeiten und es fehlt auch der Anwendungshinweis nicht, die Mittel in vorhandene Löcher einzuträufeln oder mit Spritze und Kanüle zu injizieren. Ich möchte erklären, warum diese sehr aufwendige Methode wenig sinnvoll und der Misserfolg vorprogrammiert ist.
Eine Wirkung dieser Substanzen sei einmal dahingestellt. Das Grundproblem ist: Wie erreiche ich die Larve im Holz? Denn holzzerstörende Insekten sind wirkliche Spezialisten. Die Larven fressen über mehrere Jahre im Holz und sind dabei gleichzeitig von der sie umgebenden Holzsubstanz gegen äußere Einflüsse geschützt. Dieser Umstand macht die zielgerichtete Bekämpfung holzzerstörender Insekten so schwierig.
Der Blick in die Biologie der Schadinsekten verdeutlicht weiterhin: Das Schlupfloch im Holz ist gerade deshalb vorhanden, weil genau an dieser Stelle bereits eine Larve zum Käfer geworden und geschlüpft ist. Wenn nun mühevoll mit der Spritze hantiert wird, ist die Larve also schon gar nicht mehr da. Die Flüssigkeit wird sich zudem im Holz kaum verteilen. Auch in den die vorhandenen Fraßgängen nicht, denn die sind fest verstopft mit Holzmehl.
Es hilft daher auch nichts, die Löcher nach dem Injizieren mit Bienenwachs zu verschließen. Auch die Oberflächen mit einer aufgeschnittenen Zwiebel einzureiben, wird nicht zum Erfolg führen. Petroleum ist gesundheitlich bedenklich und bringt dem behandelten Objekt mehr Schaden als Nutzen. Vielleicht wird beim Injizieren eine Larve mit der Nadel erstochen…
Möbel und andere Objekte, die schließlich bei mir in der Stickstoffkammer landen, haben oft schon einiges an Hausmitteln oder zweifelhaften Bioziden über sich ergehen lassen müssen. Immer haben die Laven munter weitergefressen. Das ist schade, denn es handelt sich ja oft um Erbstücke, Lieblingsmöbel und andere Dinge, die ihrem Besitzer auf die eine oder andere Art sehr wertvoll sind.
Im Gegensatz zum mühevollen Injizieren in zahllose Schlupflöcher bzw. dem Verkleckern zweifelhafter Substanzen ist eine Stickstoffbehandlung wirklich unkompliziert. Das Verfahren beruht auf dem Prinzip des Sauerstoffentzugs. Es wirkt vollkommen rückstandsfrei und bleibt ohne Auswirkung auf die Materialeigenschaften und Oberflächen der behandelten Objekte. Alle Arten von Schädlingen, egal an welcher Stelle im Holz sie sich befinden, werden zuverlässig abgetötet. Daher wird das Verfahren z.B. auch von Museen seit Jahrzehnten favorisiert.
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100% wirksam durch Sauerstoffentzug