FAQs

In dem Bereich FAQs oder auch ganz klassisch „häufig gestellte Fragen“ genannt, möchte ich genau auf diese eingehen.

Wie wirksam ist das Stickstoffverfahren gegen Schädlingsbefall?

Im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojekts wurden Anwendungsparameter ermittelt, die eine sichere Abtötung von Materialschädlingen gewährleisten. Einbezogen wurden 34 verschiedene Insektenarten, darunter Gewöhnlicher Nagekäfer, Hausbock, Splintholzkäfer, Trockenholztermiten, Teppichkäfer, Pelz- und Kleidermotten. Im Ergebnis zeigte sich, dass alle untersuchten Arten sicher abgetötet werden, wenn für die Stickstoffkammer folgende Parameter eingehalten werden: Mindestens 21 Tage Behandlungsdauer bei ≤ 0,5% Restsauerstoff, 50% relativer Luftfeuchtigkeit und mindestens 24°C (siehe Projektbericht DBU Az. 31865-45).

Bei der Stickstoffbehandlung betreibe ich meine Stickstoffkammern nach diesen Parametern, verlängere die Behandlungsdauer jedoch sicherheitshalber um zusätzliche 10 Tage.

Mottenbefall im Kleiderschrank?

Die Larven verschiedener Mottenarten ernähren sich von Textilien. Aber auch andere pflanzliche und tierische Gewebe, Teppiche, Polster oder Pelze werden befallen. Motten bilden ein bis mehrere Generationen im Jahr. Ein Befall kann zur großen Plage werden und erhebliche Schäden anrichten. Zur Bekämpfung können befallene Textilien in einer speziellen Stickstoffkammer einlagert werden. Die Abtötung der Eier, Larven und Vollinsekten erfolgt durch den Entzug des lebensnotwendigen Sauerstoffs. Das Stickstoffverfahren ist biozidfrei und hat keine negativen Auswirkungen auf Materialieneigenschaften. Auch feinste Stoffe und Papiere können problemlos behandelt werden. Es wird daher seit Jahrzehnten bevorzugt von Museen angewendet. Ich biete das Stickstoffverfahren als Dienstleistung an. Häufig werden von Motten befallene Teppiche oder Polstermöbel angeliefert, aber auch wertvolle Stoffe oder historische Gewänder wurden schon in der Stickstoffkammer von Motten befreit.

Warum ist eine Stickstoffbegasung eigentlich gar keine Begasung?

Der Begriff ist zwar allgemein geläufig, aber irreführend. Ich benutzte ihn daher nicht. Unter einer Begasung versteht man den Einsatz eines Biozids in gasförmiger Form, das auf den Zielorganismus einwirkt. Im Unterschied dazu basiert das Stickstoffverfahren auf dem Wirkmechanismus einer modifizierten Atmosphäre: Durch eine fortlaufende Spülung der Behandlungskammer mit reinem Stickstoff wird der Sauerstoff aus den eingelagerten Objekten nahezu vollständig verdrängt. Eine andere Bezeichnung für das Stickstoffverfahren ist die Anoxia-Behandlung. Ohne Sauerstoff kein Leben – Insekten in sämtlichen Entwicklungsstadien einschließlich deren Eier sterben ab. Möglicherweise tritt der letale Effekt auch durch das Austrocknen der Larven ein. Spaltet man Prüfkörper nach einer Stickstoffbehandlung auf, erscheinen die Larven oft regelrecht eingetrocknet und dunkel verfärbt. Die starke Vergrößerung der Atemöffnung in Ermangelung des verfügbaren Sauerstoffs führte zu einem unkontrollierten Verlust der Körperflüssigkeit.

Bei weiteren Fragen können Sie aber auch gerne mit mir direkt Kontakt aufnehmen.

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